Anna Busch auf dem Weg nach oben

Von Zeitz über Bitterfeld-Wolfen und Halle nach Dresden liest sich erst einmal wie ein Routenplan der Bahn. Eine Strecke die die 15-jährige Anna Busch aber nicht mit einem Verkehrsmittel zurückgelegt hat, sondern der Weg, den sie in ihrer noch jungen Volleyballkarriere gegangen ist.
IMG 20170107 WA0010Mit neun Jahren war Volleyball schon ein Thema. „Da meine Eltern beide Volleyball spielten, ist es mir leicht gefallen auch mit diesem Sport anzufangen. Eine gute Freundin meiner Eltern, Madlen Poser, ist Trainerin eines Volleyballteams in Zeitz gewesen. Dort hab ich dann auch angefangen zu spielen.“ berichtet Anna. Und auch Madlen erinnert sich an die Zeit zurück: „Wenn ich an Annas Anfänge denke, ist das erste was mir in den Sinn kommt, ihr Ehrgeiz. Wenn im Training alle eine Pause gemacht haben, hat Anna sich immer einen Ball geschnappt und Sachen für sich selbst probiert. Schon damals hat sie alles hinterfragt und wollte immer wissen, warum wir jetzt welche Übung machen und wofür diese gut ist. Neben ihren sehr guten körperlichen Voraussetzungen waren es ihre Ambitionen immer besser zu werden, die mich fasziniert haben.“
Genau diese Ambitionen haben Anna dann in der Saison 2017 zum VC Bitterfeld-Wolfen geführt. Hier machte Anna nicht nur erste Erfahrungen in einem Leistungsstützpunkt des Volleyball-Verbandes Sachsen-Anhalt, sondern konnte auch erste VVSA-Kader-Luft schnuppern. Bereits ein Jahr darauf folgte ein weiterer Vereinswechsel. Beim USV Halle konnte Anna dann mit einigen Kaderspielerinnen zusammen trainieren, sodass ihre eigene Leistung stetig besser wurde. Die VVSA-Landesauswahl ermöglichte dann nicht nur weitere Trainingslager, sondern auch Bundespokale und andere Turniere. „Hier hab ich dann auch Menschen aus anderen Auswahlen kennengelernt und konnte mich spielerisch sowohl im Beach- als auch im Hallenvolleyball weiterentwickeln.“ Weiterhin berichtet Anna: „2018 wurde ich durch den Bundespokal gesichtet und nach Kienbaum zur DVV-Kadersichtung eingeladen. Wodurch ich dann die Chance bekommen habe zum VC Olympia Dresden zu wechseln.“
2019 10 04 06 HK 03388Bevor es dann zum Bundesstützpunkt nach Dresden ging, spielte Anna neben den Vereinsmeisterschaften auch noch weitere deutschlandweite Turniere. Beim regionalen Bundespokal Nord 2019 in Barleben belegte Annas VVSA-Landesauswahlteam Platz drei – wohl bis dahin einer der größten persönlichen Erfolge.
Angekommen am Bundesstützpunkt in Dresden scheint Anna immer weiter aufzublühen. „Sowohl mit meinem Internatsleben, meinem Schulalltag als auch mit dem sportlichen Umfang hier komme ich gut zurecht. Es macht Spaß zu trainieren, was am Sport selbst, aber auch an den Menschen liegt, mit denen ich trainieren darf.“ Auch zu Corona-Zeiten macht Anna acht Trainingseinheiten die Woche, wobei sie zwei davon im Kraftraum verbringt. „ Mein Alltag besteht jetzt aus ein bis zwei Trainingseinheiten und Schule. Zwischendurch dann essen und am Abend gucke ich meistens mit anderen Menschen im Internat eine Serie oder einen Film.“ Neben der sportlichen Karriere strebt Anna das Abitur an. Bei der Frage nach ihrer Motivation für Beides erklärt sie: „Ich kann nichts Konkretes benennen aber ich finde es motivierend zurückzublicken und zu sehen, wie weit man gekommen ist und wie weit man kommen kann. Ich hätte bei meiner ersten Landesauswahlsichtung auch nicht gedacht, dass ich später an einem Bundesstützpunt trainieren kann.“
Madlen sieht das hingegen anderes: „Anna zeigte schön früh so viel Ehrgeiz und Engagement. Mich wundert es ehrlich gesagt nicht, dass sie sich jetzt an einem Bundesstützpunkt beweisen kann. Ihr Talent war schon früh zu sehen und auch die Persönlichkeitsentwicklung die sie in den letzten Jahren durchgemacht hat, ist bewundernswert.“ Ähnlich lobend klingt auch USV Halles Abteilungsleiter Volleyball, Thomas Vetterling: „Anna hat in den letzten Jahren leistungstechnisch noch einmal eine Schippe drauf gelegt. Sie ist ein Naturtalent und wir wünschen ihr alles erdenklich Gute in Dresden.“
Der USV Halle hat unter anderem dank der Delegierung von Anna an den Bundesstützpunkt Dresden nun auch vom LandesSportBund Sachsen-Anhalt für die Jahre 2021 und 2022 das Prädikat „durch den LSB anerkannter Landesleistungsstützpunkt Volleyball“ erhalten. Damit einher geht eine Förderpauschale, die in die Nachwuchsarbeit des USV Halle fließen wird. Aber nicht nur: „Wir wissen um die Aufbauarbeit des Heimatvereins einer Spielerin und auch, dass es nicht immer leicht fällt, Spielerinnen ziehen zu lassen. Deshalb wollen wir als USV Halle die Förderpauschale auch zum Teil nutzen, um die SG Chemie Zeitz in Form von Bällen zu unterstützen.“ Betonte Thomas ausdrücklich. Eine sehr schöne Geste die zeigt, dass der Heimatverein eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Kader spielt und die Kooperation zwischen Erstverein, Landesstützpunkten und Verband Früchte trägt.